Karten zum Klima der Pfalz

Karten der Pfalz.

Ab hier der eingesprochene Text:

Karten zum Klima der Pfalz - von Hans Burckhardt. Das Klima der Pfalz ermöglicht den Anbau Wärme liebender Sonderkulturen (Wein, Qualitätsobst) und begünstigt das Gedeihen ausgedehnter Wälder, deren reine Bestandsluft den Bewohnern der industriellen Ballungsräume (mit stark verschmutzter Luft) Erholungsmöglichkeiten bietet! Unter Klima versteht man die Gesamtheit der Witterungsverhältnisse eines Landes während einer Zeitperiode - eine Gesamtheit, die geprägt wird von der Lage dieses Landes im geographischen Koordinatennetz, von der Lage zu Landmassen und Ozeanen und von der Oberflächengestalt der Erde. Zur Festlegung der klimatischen Merkmale bedient man sich des langjährigen Datenmaterials, das durch Messung und Beobachtung der einzelnen Klimaelemente an Klimastationen gewonnen wurde. Über die Geschichte dieser Stationen der Pfalz hat der Verfasser an anderem Ort berichtet. Aus dem Datenmaterial wählt man für die festgelegte Zeitperiode repräsentative Werte aus (zum Beispiel Extremwerte, die die Schwankungsbreite des betreffenden Klimaelementes in der zugrundeliegenden Periode kennzeichnen, oder Häufigkeit eines bestimmten Ereignisses, wie Über- oder Unterschreiten von interessanten Schwellenwerten), oder man berechnet für diese Periode den Mittelwert, um den herum die gemessenen Werte sich anordnen. Man muß sich allerdings beim letzteren Verfahren stets bewußt sein, daß der nach den Rechenvorschriften für das arithmetische Mittel berechnete Mittelwert, nur im Vergleich mit anderen, nach gleicher Vorschrift errechneten Mittelwerten (anderer Zeiträume oder anderer Meßorte) sinnvoll ist, daß er aber in der Menge der Einzeldaten (des gleichen Zeitraumes, des gleichen Meßortes) keine Sonderstellung einnimmt — insbesondere markiert er nicht einmal den Wert des Häufigkeitsmaximums. Der Kreislauf der Luftmassen auf der Erde (Zirkulation) bedingt, daß zwischen den polaren Hochdruckgebieten und der tropischen Tiefdruckrinne (Kalmen) auf der Nord- und auf der Südhalbkugel gemäßigte Zonen mit vorwiegend westlicher Luftbewegung eingelagert sind. Die Pfalz gehört zur nördlichen gemäßigten Zone und hat infolgedessen hauptsächlich Luftzufuhr aus Westen, die vom nahen Ozean feuchte, mäßig warme Luft heranführt. Die aus dem Westen herangeführte Luft wird beim Überqueren des Pfälzerwaldes zum Aufsteigen gezwungen, wobei sie sich adiabatisch abkühlt und relativ feuchter wird. Die mitgeführte Feuchtigkeit kondensiert zu Wolken und wird schließlich als Niederschlag aus diesen dem Boden zugeführt. Am Rande des Pfälzerwaldes, an seinem Abhang zur Oberrheinebene, folgt die mit Westwind transportierte Luft dem Gelände: sie sinkt ab, erwärmt sich dabei adiabatisch und trocknet aus. Diese Austrocknung macht sich durch Wolkenauflösung ostwärts des Gebirgsrandes bemerkbar.

Quelle

Burckhardt, Hans (1971): Karten zum Klima der Pfalz. In: Alter, Willi (Hg.): Pfalzatlas, Textband II, Kartenband 1 Karte Nr.7, S. 645–649.
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