Planentwurf Kalmithaus

Der Kalmitturm nach dem Entwurf des Architekten Josef Müller.

Der aus Neustadt an der Weinstraße stammende Architekt Josef Müller hat den Entwurf für ein Kalmithöhenhaus gefertigt. Im Jahre 1927 legte er diesen Entwurf dem Pfälzerwald-Verein Ortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim vor. Vorgesehen waren neben einem Aussichtsturm eine Gaststätte und ein Hotel. Zur Ausführung kam nur der Teil des heutigen Kalmitturmes mit dem Anbau, der als Eingang fungiert. Es handelt sich um den Bauabschnitt I. (Turm). Als weitere Bauaschnitte waren geplant: Eine Halle, einen Gastraum mit Nebenzimmer, eine Küche und Schenke. Darüber befinden sich sieben Fremdenzimmer und ein Bad. Außerdem waren im Untergeschoß eine Schwemme für den Touristenverkehr, Klosettanlagen und einen Wirtschaftsraum (Bauabschnitt II.). Für den dritten Bauabschnitt war ein spätere Erweiterung vorgesehen. Sie schloß nach Norden an und beinhaltete auf der Vorderseite die weiteren Zimmer und auf der Rückseite sogenannte Kabinen. Sie waren im “System Schlafwagen” organisiert, also zwei Betten übereinander und Waschtisch mit Wasser und Fußbecken, insbesondere für die Wanderer.

Den folgenden Text hören Sie in der Tonaufnahme:

Die Form des Plateaus, der Verlauf der Höhenkurven und der Zufahrtsstraßen gaben Veranlassung, das Gedäude den Geländelinien folgend in leicht gekrümmter Form so an den Hang zu legen, daß seine Längsseite nach der Rheinebene gerichtet ist. Der Turm liegt zurück. Der einspringende Winkel zwischen ihm und dem Gebäude ist als offene Terrasse ausgebaut, die in ihrer Rundung mit den Kurven des Hauptgebäudes zusammenklingt und wesentlich dazu beiträgt, die Gebäudemassen als am Berg gewachsen erscheinen zu lassen. Mit der Terrassenmauer organisch verbunden, kommt der vorhandene Denkstein als Endpunkt neben den Turm zu sehen. Die künstlerische Bedeutung dieser Aufstellung ist aus den Ansichten und dem Schaubild zu ersehen.

Der Turm erhält einen Keller, je einen Raum mit Nebengelassen im Erdgeschoss und ersten Obergeschoß für die Zwecke der Ortsgruppe Ludwigshafen, im zweiten und dritten Obergeschoß ein Wohnzimmer mit Schlafnische für den Wetterwart und dessen Arbeitszimmer. Seinem Zweck entsprechend weist dieser raum eine breite, drei Seiten umfassende Fenstergruppe mit ungeteilten Spiegelscheiben auf. Um jede Störung durch das Publikum zu vermeiden, führt von diesem Zimmer aus eine interne Wendeltreppe zur Apparateplattform, welche über der Publikumsterrasse liegt. Diese Plattform für den Wetterwart hat sich aus der Gesamtlösung so große ergeben, daß auf ihr nicht nur die jetzt auf dem alten Turm angebrachten Meßinstrumente, sondern auch die Apparate aufgestellt werden können, welche jetzt neben dem Turm trotz der Einzäumung der Gefahr ausgesetzt sind, durch das Publikum beschädigt zu werden. der windmesser und sonstige Registrierapparate sind am Mast zu befestigen, der auf der Spineld der Wendeltreppe sitzt. Auf der Spitzes dieses Mastes kann bei weiterer Entwicklung des Flugverkehrs allenfalls ein Reflektor als Lichtwegweiser angebracht werden.

Hervorzuheben ist, daß sich die Anordnung eines circa fünf Kubikmeter fasssenden Wasserbehälters in selbstverständlicher Weise ergibt; frostgeschützt, auf bequemste Art zugänglich und konstruktiv einfach. Er befindet sich im obersten Turmgeschoß neben der Treppe. Er ist für eine einwandfreie Bewirtschaftung unbedingt erforderlich. Da die Pumpanlage noch einen Überschuß an Kraft hat, um das Wasser über das jetzige Reservoir in der Hütte noch höher zu pumpen, bestehen für die Beschickung des Turmbehälters, der nur etwa 16 Meter darüber liegt, keine technischen Schwierigkeiten.

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